Gedichte und Gedankenfetzen


Schneeglöckchen
Schneeglöckchen

läuten den Frühling ein,
wiegen sich im Wind.
Möchte Dich im Sonnenschein
wiegen wie ein Kind.

Kann nicht übers Wasser laufen,
im Meer würd' ich versinken.
Kann Dir auch nichts Schönes kaufen,
nur auf Dein Wohl was trinken.

Vielleicht hörst du des Glöckchens Klang,
in einer stillen Stunde.
Es singt vom Glück ein Leben lang,
für Dich aus vollem Munde.


            


Mein Geliebter

der mich wachküsste
die Glut entfachte
auf wilde Lüste
sinnlich und sachte

Hand in meiner Hand
Kuss auf weicher Haut
Seelen so verwandt
inniglich vertraut

flieg in den Morgen
umarme die Welt
Liebe verborgen
die Freiheit erhellt

kehrest du wieder
versinke im Schoß
schließe die Lider
wir lieben uns bloß

Vergiss das blaue Blümelein
in dieser Mauerritze;

Es riss das raue Dichterlein,
auf jener Mauer Witze!
Blaue Blume in Mauerritze

Die Sonnenblume weiß was gut ist.
Sie dreht ihr Gesicht zur Sonne.
Sonnenblume




Eine Freundschaft
gleicht dem fließenden Wasser.

Von der Quelle plätschert es als Bach,
windet sich um kleine und größere Felsbrocken.

Stürzt sich als Fluss mutig einen Berg hinunter,
weitet sich als Strom im Tal aus.

Irgendwann erreicht es das Meer der Stille.



Erneuerung

Wenn die Birke sich schält
und die Seele sich quält

    sind beide verwundbar

Neue Rinde wächst nach,
nur die Seele liegt brach

    hat vergessen was wa(h)r

Die Birke erneuert sich
und die Seele befeuert dich

    sei bitte kein Narr
Birken-Rinde


Spuren


Sie haben sich durch's Land gefressen
Blatt für Blatt
Ohne Respekt vor dem Wort
Schleimspuren zieren den Ort
Der Boden ist glatt

Schleimspuren
Vertrocknen auf dem Sand
Kosmischer Staub birgt ewig
Keime des Lebens in sich
An einem Band

Worte zu Zeilen
    Zeilen zu Seiten
        Seiten zu Büchern

Fressen und pressen
In Schnecken-Häusern
Raum bilden für Zeilen
Die ewig verweilen
Wenn Kluge sie äußern


Milde Nebel

Es dunkelt,
milde Nebel verschlucken Bäume und Hecken,
Die Sonne färbt Alles Orange und Rot.

Rund um das Haus ist es still geworden.
Die Vögel zwitschern nicht mehr, Wühlmäuse
und Eichhörnchen rüsten sich für den Winterschlaf.

Kerzenlicht wirft flackernde Schatten an die Wand.
Zeit zum Lesen.
Zeit, um ein wohltuendes Bad zu nehmen.
Zeit, um die Seele von quälenden Gedanken zu befreien,
Platz zu schaffen für den Frühling des Lebens.

Morgen wird der Tag neu geboren.
Auch ich werde jeden Tag neu geboren.
Immer wieder - immer wieder.
Strecke behutsam die Arme dem Morgenlicht entgegen,
umarme die Welt.

Die Welt ist schön, auch wenn es nebelt.

www.leselagune.eu | Kurzgeschichten | Texte für den Frieden | Kolumne | Kabarett-Sketche