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... und
Maria Callas sang
Am Freitag Nachmittag schien die Sonne in das Wohnzimmer, ihre Strahlen
brachen sich in einer Kristallkugel und tanzten farbenfroh an den
Wänden, in den Regalen, auf dem Fußboden. Ich legte eine CD
auf (Maria Callas) und hockte mich
in den Lichtertanz, sah aus dem Fenster.

Starker Wind fuhr durch die Äste eines Tannenbaumes auf der
gegenüber- liegenden Seite der Straße. An den Tannennadeln
hingen Regentropfen,
die in der Sonne glitzerten und mit dem Feuer der Kristallkugel
wetteiferten.
Es
sah aus, als ob der Baum über
und
über mit silbernem Lametta behangen war. Die Äste bewegten
sich im Rhythmus der Musik, dirigierten den facettenreichen warmen
Sopran der Callas.
Ich nahm die Musik und den Anblick der
faszinierenden Erscheinungen mit dem Körper wahr. Meine Hände
gruben sich in den weichen Flor des Teppichs, die Augenlider senkten
sich.
Eine Wolke schob sich vor die Sonne, der Wind ließ nach. Das
Telefon klingelte. Langsam erhob ich mich, sah auf das Display -
mein Ex. Mein Blutdruck stieg auf 180, das Herz klopfte laut. -
Irgendwann hörte das Klingeln auf.
Maria Callas sang immer noch. Ich setzte mich wieder auf den
Fußboden, doch mein Körper konnte sich nicht entspannen, die
Speiseröhre krampfte. Das Spiel der Sonnenstrahlen mit regennassen
Bäumen und der
Kristallkugel begann erneut. Angenehme Bilder und Situationen - noch
unscharf - entwickelten sich in
meinem 3. Auge. Dein liebes Gesicht tauchte vor mir auf, der rechte
Mundwinkel etwas
nach unten gezogen. "Meine kleine Fee" - so hat mich nie jemand
genannt. Meine Zunge erinnerte sich an deine Zunge, den Geschmack
von Schokoladentrüffeln.
Heitere Gelassenheit erfasste mich.
ENDE
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Kristallener Regen
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