"Markus?
- wo steckst du? - Markus!"
"Bin hier auf dem Weg."
"Ach,
da bist du!" Robert kam auf ihn zu. "Hilf mir mal über diesen
Graben,
sonst patsch' ich da noch rein." Markus reichte ihm seine Hand.
Robert
schnaufte leicht, holte sich ein Taschentuch aus der Hosentasche und
wischte sich den Schweiß von Nacken und Stirn. "Verdammt,
mein Korb! -
Ach, da steht er ja! - Mensch Markus, das da ist mein Korb!"
Roberts Mundwinkel schoben sich nach oben.
"Tatsächlich, und
meiner?" Markus tat so, als ob er nachdachte.
Roberts Ohren
rutschten abwärts.
"Verdammt, dann muss ich wohl noch mal
zurück"
Jetzt
kiekste Robert los und sein Bauch begann fröhlich zu
hüpfen. Markus
sprang über den Graben in den Wald zurück, begleitet
von Roberts
Lachen, das jetzt immer stärker anschwoll. Markus konnte nicht
anders.
Er prustete los, stolperte lachend über Baumwurzeln. Langsam
beruhigte
er sich wieder. Er sah seinen Korb, noch ein paar Schritte weiter... da
standen sie... Knollenblätterpilze... besonders kleine
Exemplare...
damit man die Lamellen nicht sah... schnell in die
Plastikdose... geschafft! Er steckte die Plastikdose wieder
in
seine Jackentasche, nahm den Korb und ging zu Robert zurück.
"Auf
zu den Champignons," sagte Robert, "ich habe ein neues Rezept bei
Chefkoch.de entdeckt, „Champignons à la
greque“, mal sehen
was
sich daraus machen lässt..."
Jetzt war er in seinem Element,
er
redete über Kochrezepte, wie andere über
Fußball. Markus tat so, als ob
er zuhören würde. Es langte, wenn er hin und
wieder "hm, ach
so,
ja? Nein! meinst du?" Einwarf. So konnte er seinen eigenen Gedanken
nachhängen, die sich nur um eines drehten: "MORD!" Ihm wurde
plötzlich
klar, dass die Idee, Robert zu ermorden, sich
verselbständigte. Sie
wurde immer realer. Er hatte es tatsächlich geschafft, einen
Teil des
Planes umzusetzen. Die Giftpilze befanden sich bereits in der
Plastikschachtel. Die Gefahr, dass sie ihn entlarven würden,
nahm er in
Kauf, was konnte ihm das Leben noch bieten. Robert hatte ihm alles
genommen, seinen Stolz, seine Freundin - aber war er wirklich ein
Mörder? Das passte so gar nicht in sein Bild. Er, der immer
makellos
gekleidet war und aussah wie ein Versace-Model. Jedenfalls hatte
Katharina ihm das mitunter ins Ohr geflüstert. Nun, ja, in
letzter
Zeit, hatte er es gerade so geschafft, dass er wenigstens zur Arbeit
einigermaßen ordentlich angezogen war.
"...kleine
Pilze beiseite
legen. Den Rest für die Füllung fein hacken... auf
den Fischfilets
verteilen, die Filets aufrollen... man könnte Flunder oder
Rotzunge
nehmen... zum Schluss die Fischröllchen mit den kleinen Pilzen
garnieren."
Markus horchte auf. Klein hacken, das passte... in
die Füllung!
"Hat sich eigentlich Katharina mal bei dir
gemeldet", fragte Robert.
"Du weißt doch genau, dass sie das
nicht macht", schnaubte Markus wütend zurück.
"Ja, ist schon
gut, hätte sein können. - Sie ist umgezogen, hat eine
neue
Telefonnummer".
"Bitte, gib sie mir", bat Markus.
Robert
studierte aufmerksam das Gesicht von Markus. "Du hättest sie
nicht so
drängen sollen, wer weiß, vielleicht wäre
sie zu dir zurück gekommen. -
Sie lässt sich nicht zwingen" und etwas leiser "weder mit Geld
noch mit
Rang und Namen."